{"id":127,"date":"2016-11-23T16:15:07","date_gmt":"2016-11-23T15:15:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/?p=127"},"modified":"2016-12-02T15:15:54","modified_gmt":"2016-12-02T14:15:54","slug":"die-schiffstoilette-der-bremer-kogge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/2016\/11\/23\/die-schiffstoilette-der-bremer-kogge\/","title":{"rendered":"Stilles \u00d6rtchen auf See"},"content":{"rendered":"<p>Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Seeleute im Mittelalter ihre Notdurft verrichteten? Im Rahmen unserer neuen Ausstellung in der Kogge-Halle pr\u00e4sentieren wir unter anderem: die \u00e4lteste erhaltene Schiffstoilette der Welt!\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Sie war im Deck des Achterkastells der &#8222;Bremer Kogge&#8220; angebracht und so vermutlich nur f\u00fcr den Schiffsf\u00fchrer und die mitfahrenden Kaufleute zug\u00e4nglich. Heute verbinden wir mit Toiletten eher solche aus Keramik oder Porzellan und die WC-Brillen mit Kunststoff. Die Schiffstoilette der Bremer Kogge ist hingegen aus Holz gefertigt. Die gedankliche Verbindung von Holz und Toilette f\u00fchrt vielleicht zu Erinnerungen an eine Zeit bei der Bundeswehr und an den nicht gerade beliebten Donnerbalken. Aber auch heute werden WC-Brillen aus Holz gern verwendet, da Holz ein Material ist, das nicht so stark abk\u00fchlt wie Kunststoff. Wer kennt es nicht: Man muss dringend auf Toilette und dann f\u00e4llt einem wieder ein, dass das Fenster im Badezimmer ge\u00f6ffnet ist. Den ganzen Tag schon. Noch dazu im Winter. Da \u00fcberlegt man es sich doch zwei Mal, ob man das Badezimmer nicht noch vorw\u00e4rmen m\u00f6chte. Wer nun aber eine WC-Brille aus Holz hat, dem macht es nichts aus &#8211; Fenster zu und gut. Der gro\u00dfe Unterschied zwischen fr\u00fcher und heute ist allerdings, dass die heutigen WC-Brillen lackiert und somit leicht zu s\u00e4ubern sind. Fr\u00fcher war dies nicht der Fall und deutlich unhygienischer. Aber wer muss, der muss, und ist froh \u00fcber jede Toilette. Auf heutigen Schiffen hat man gl\u00fccklicherweise &#8222;normale&#8220; Toiletten, so wie man sie auch von Zuhause kennt.<\/p>\n<p>Was fr\u00fcher normal war, ist heute verboten: Auf mittelalterlichen Schiffen war es \u00fcblich, dass die Notdurft direkt im Meer entsorgt wurde. Heutzutage ist es aus Gr\u00fcnden des Umweltschutzes verboten, F\u00e4kalien im Meer zu entsorgen. Eine Ausnahme gilt nur f\u00fcr Schiffe mit eigener Kl\u00e4ranlage. Da diese Umweltschutzregelung bislang nur f\u00fcr die Ostsee gilt, ist die Entsorgung von Schmutzwasser auf anderen Teilen des Weltmeeres noch erlaubt, und zwar die, die sich mindestens 12 Seemeilen von der n\u00e4chstgelegenen K\u00fcste entfernt befinden. Es gibt schlie\u00dflich auch Schiffe, die einen extra Abwassertank besitzen, in dem w\u00e4hrend der Schiffsfahrt alles gesammelt und dann beim n\u00e4chsten Hafen in das \u00f6ffentliche Kanalisationssystem geleitet oder mitten auf dem Meer entleert wird. Erst wenn der Umweltschutz auf allen Meeren greift, wird letzteres auch verboten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Seeleute im Mittelalter ihre Notdurft verrichteten? Im Rahmen unserer neuen Ausstellung in der Kogge-Halle pr\u00e4sentieren wir unter anderem: die \u00e4lteste erhaltene Schiffstoilette der Welt!\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":128,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[2,4,46,56],"class_list":["post-127","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leben-an-bord","tag-dsm","tag-kogge","tag-leben-an-bord","tag-schiffstoilette"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":294,"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127\/revisions\/294"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kogge.dsm.museum\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}